Trainerin Karin Döring im Interview

Online-Seminare interaktiv gestalten

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Das Corona-Jahr 2020 hatte auch Auswirkungen auf die Weiterbildungen. Der Arbeitgeberverband Chemie Rheinland-Pfalz hatte schnell reagiert. Die Präsenz-Seminare wurden umgestellt zu Online-Seminaren. Karin Döring ist Trainerin. Ihre Seminare werden sehr gut bewertet. Wir haben sie gefragt, wie Sie die Umstellung erlebt hat.

 

Welchen Mehrwert bieten Online-Seminare?

Der Mehrwert ist dann erreicht, wenn drei Faktoren erreicht sind:

  1. Das Thema muss geeignet sein
  2. Die Teilnehmer sollten gut vorbereitet sein hinsichtlich Technik, Motivation
  3. Idealerweise gibt es ein Begleitheft des Trainers.

Natürlich ist auch dann erst ein Mehrwert gegeben, wenn die Trainer ihre Konzepte angepasst haben.

Wie erlebst Du die Umstellung?

Die Gestaltung der Online-Aktivitäten, an denen ich teilgenommen habe, wird immer besser. Ich erlebe es als Teilnehmerin so, dass die Trainer die Rückmeldungen annehmen, umsetzen und  verwerten. Und das führt dazu, dass der Lernerfolg besser wird und auch das positive Erleben eines Online-Seminares erst statfinden kann.

Und so melden mir das auch meine Teilnehmer:innen auch zum Glück zurück.

Sind Online-Seminare die Zukunft?

Hier möchte ich mit einem gepflegten „Sowohl als auch“ antworten. Ich fände es hervorragend, wenn wir geeignete Themen als Online-Seminare weiter verbessern und weiter konzipieren würden. Weil es einfach bequemer ist: Keiner muss anreisen, wir Trainer brauchen nicht soviel Material mit uns herumschleppen, die Teilnehmer müssen nicht irgendwo übernachten. Da wo ist sinnvoll ist, fände ich es super, wenn es weiter veredelt und weiter fortgeführt werden würde.

Welche Herausforderungen gibt es für Dich?

Die wichtigste Frage, die ich mir vor jedem Online-Seminar stelle ist: Wie erziele ich die Aufmerksamkeit meiner Teilnehmer und wie erhalte ich diese dauerhaft aufrecht? Dann natürlich auch: Wie schaffe ich eine durchgängige Rhytmisierung? Also, wie schaffe ich Abwechslung? Wie schaffe ich es, mich selbst zu disziplinieren? Auch immer mal kurze Pausen einzubauen, damit die Teilnehmer nachdenken können und sich auch bewegen können, um dann wieder hochmotiviert neu durchzustarten. Ich muss mich fragen: Wie erzeuge ich Kopfkino? Wie kann ich durch Geschichten und eine noch bildhaftere Sprache die Phantasie der Teilnehmer anregen, damit sie weiter Lust haben, mir zuzuhören. Ich muss meine Stimme beobachten, ich muss schauen, wie ich sie modulieren kann, damit es nicht monoton bleibt. Also ich muss auch ganz viel an mir selbst arbeiten.

Was ist Dein Erfolgsrezept?

Ich springe immer zwischen den Perspektiven „Teilnehmer“ und „Trainer“ hin und her. Wenn ich mir eine Session ausgedacht habe, dann höre ich mir selbst zu. Ich versuche einfach mal zu schauen, wie das ist, es von der anderen Seite zu erleben. Und versuche immer wieder neu mein Konzept zu überdenken, auf die Kriterien hin: Ist es abwechslungsreich? Ist es spannend gemacht? Und hätte ich als Teilnehmerin selbst Lust an meinem eigenen Training teilzunehmen?

 

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